Stadt tut was für Fahrradfahrer

Geht es Ihnen auch so? Als Autofahrer schimpfen Sie auf Radfahrer und Fußgänger. Als Radfahrer ärgern Sie sich über rücksichtslose Autofahrer. Ein merkwürdiges Phänomen.

Ich fahre wie gesagt seit Monaten konsequent Fahrrad. Liebe Autofahrer, die ihr auf Radwegen parkt und mit hohem Tempo knapp an mir vorbeifahrt und euch ganz allgemein über mich ärgert: Soll ich wieder das Auto nehmen? Bedenkt aber bitte, dass eure Fahrbahn dann noch voller wird.

Es gibt meiner Meinung nach nur eine wirksame Methode, um die verstopften Straßen zu befreien. Mehr Autofahrer müssen Radfahren. Eigentlich ganz einfach.

Haben Sie das Gefühl, dass die Politik das verstanden hat? In Hamburg?

Ich auch nicht. Ich halte die Verkehrspolitik der FHH für Alibi-Politik. Die Politik traut sich nicht, irgendwas Negatives gegen Landwirte, Autofahrer, Autobauer, Rentner und Beamte zu sagen, weil niemand diese Wählerstimmen verlieren will. Kann ich sogar verstehen. Finde ich aber trotzdem nicht gut.

Kürzlich einen Bericht über Kopenhagen gesehen. Eine Bürgerin sagte sinngemäß über separate Fahrradspuren und eine “Haltestange mit Fußableger” an einer Ampel: “Deshalb fahr ich nicht Fahrrad. Aber es ist ein gutes Gefühl, dass die Stadt etwas für uns Radfahrer tut.”. Kann ich gut nachvollziehen.

In Hamburg gibt es stattdessen eine schicke und moderne Fahrradzählstation an der Alster. Hat knapp EUR 31.000,00 gekostet. Was das soll? Hamburg will zählen, wie viele Radfahrer in Hamburg unterwegs sind!!

Vorschlag: Tut erst mal was für Radfahrer und zählt dann. Zum Beispiel mit dem unterirdischen Radverkehrs-Zählnetz aus 44 Standorten für EUR 690.000 (die vom Bund bezahlt werden). Kein Witz. Das Ding soll tatsächlich kommen. Bis dahin fahre ich auf unbeleuchteten Wegen mit rutschigem Laub und Schlaglöchern (Wurzeln) nach Hause und freue mich, bald unterirdisch gezählt zu werden. Dann brechen gute Zeiten für die Radfahrer an…

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